NZ-USA-MEX 5 - Pazifik und Zurück - Bettina & Rolf Sparthmann unterwegs!

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Prozession des Schweigens in Patzcuaro/Mexiko
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Wieder zum Pazifik und zurück

 April 2017
Von Hierve el Agua nach Zipolite

Wir verlassen die Sinterterrassen von Hierve el Agua und folgen ganz neuen Autobahnhinweisschildern nach Salina Cruz, unser erstes Ziel an der südmexikanischen Pazifikküste. Nach ca. 50 Kilometern endet die Autobahn im Nichts! Wirklich im Nichts – sogar die Baustellenpiste, der wir nach dem Ende des Asphalts noch einige Kilometer folgen, endet abrupt, alle Straßenbauarbeiten wurden eingestellt! Also 50 km wieder zurück und eine Alternativstrecke hinunter zur heißen und hochschwülen Pazifikküste suchen, wo wir uns, trotz dieses nicht sehr angenehmen Klimas, und obwohl wir nicht wirklich die Strandtypen sind, die nächsten 19 Tage zwischen Salina Cruz und Lazaro Cardenas herumtreiben werden. Aber unser Bedarf an Kolonialstädten ist für den Augenblick erst einmal gestillt!

Unseren ersten Küsten-Nachtplatz ein paar Kilometer westlich von Salina Cruz halten wir auf den ersten Blick für einen Schrottplatz: Alles sieht verlassen und müllig aus, und zahlreiche Autowracks stehen herum. Aber dann taucht doch tatsächlich eine Senora auf, die uns zu verstehen gibt, dass wir tatsächlich das gesuchte Strandrestaurant mit Campingplatz gefunden hätten und das Restaurant natürlich geöffnet sei. Schluck! Aber es ist schon spät, und so bleiben wir und erhalten wider Erwarten ein wirklich köstliches Abendessen: Mit Meeresfrüchten gefülltes Fischfilet ("Relleno"), mit Abstand das bisher beste Essen in einem mexikanischen Restaurant! Wer hätte das gedacht – Mexiko ist wirklich immer für Überraschungen gut! Leider ist es an diesem ansonsten sehr schönen Küstenabschnitt extrem stürmisch. Der Sand wird über den Strand gepeitscht und schmerzt beim Auftreffen auf der Haut, hat bereits Grundstücke und Häuser bedeckt, und unser Auto wackelt wie ein Kleinwagen!

Deshalb fahren wir bereits am folgenden Tag weiter und kommen nach Zipolite. Das an einer schönen großen Bucht liegende Dorf wurde in den 1970ern von Hippies und Surfern entdeckt, und es scheint sich auf den ersten Blick seit damals nicht viel verändert zu haben. Einige Alt-Hippies, alte Männer (in Rolfs Alter, herzlich willkommen zurück!) mit langen gefärbten Haaren, in sehr legerer Kleidung oder auch ohne, sind hängengeblieben, und die „Neuen“ haben den liberalen Lebensstil gerne übernommen und verinnerlicht. Was heißt, dass Drogen- und Alkoholkonsum allgegenwärtig sind. Obwohl die Polizei am Strand und im Ort präsent ist, haben wir den Eindruck einer gewissen Toleranz gegenüber Drogenkonsum und Nudismus. Denn es gibt eine weitere Attraktion: Zipolite ist nach unserem Wissen der einzige Nacktbadestrand im streng katholischen Mexiko, was aber nicht nur Hippies hierher lockt, sondern auch Normalbürger, die gerne die Sonne an jeden Körperteil lassen wollen. Wobei zu beobachten ist, dass die Sonnenanbeter überwiegend aus Nordamerika und Europa kommen. Nur äußerst selten sehen wir Mexikaner oder gar Mexikanerinnen faserfrei! Tatsächlich halten wir es ganze zehn Tage an unserem Platz am Strand aus, wo immer ein angenehm kühlender Wind weht. Auch lernen wir Barbara und Uli kennen, die bereits mehrfach hier waren und über reichlich Insider-Informationen verfügen. Zum Beispiel, wo man am besten essen kann, wo es als Sundowner zwei Pina Coladas zum Preis von einem gibt, wo man köstlichen französischen Käse kaufen kann, wer sich seit dem letzten Jahr mit wem vereint, wiedervereint oder von wem getrennt hat und was hier sonst so passiert: So wurde im letzten Jahr eine Riesenschildkröte und ein Wal (ja, beides tot, Wiederbelebung erfolglos) an den Strand gespült, in diesem Jahr ertrank ein Surfer (Brandung und Strömung sind hier sehr stark, was Schwimmen leider unmöglich macht), und ein Tourist verschwand spurlos. Aber eigentlich ist nicht viel los hier…... ;-) Und um all ihren Empfehlungen zu folgen, brauchen auch wir eben unsere Zeit. Nicht, dass man hierher kommt, um nichts zu tun und sich zu entspannen! Nein, schließlich sind wir hier, um zu arbeiten, um einen Bericht fertigzustellen!

Von Zipolite nach Acapulco
 
Irgendwann sind wir entspannt genug, um uns entlang der Küste weiter nach Westen zu bewegen. Anlässlich Rolfs Geburtstags und unseres 10jährigen Langzeitreisejubiläums (schon 10 Jahre auf Achse – Kinder, wie die Zeit vergeht!) wollen wir in Colonia Juan N. Alvarez in einem italienischen Restaurant zum Essen gehen. Aber alles ist verwaist und verrammelt. Und so gibt es Spiegeleier auf Tortillas mit Tomatensalat am Strand, dazu ein kaltes Bier - auf unser Wohl und auf die nächsten 10 Reisejahre! Auf der Suche nach Übernachtungsplätzen treffen wir in den nächsten Tagen kaum noch auf Touristen. Viele Hotels und die wenigen Camp-Möglichkeiten sind geschlossen. Auch den Platz 20 km außerhalb von Acapulco auf der Landzunge "Pie de la Cuesta" haben wir für uns allein. Acapulco, seit den 1950er Jahren das erklärte Traumreiseziel nicht nur der Reichen und Schönen, hat seine Attraktivität seit Beginn der Drogenkartell-Kriege 2008 stark eingebüßt - vor seinem Besuch wird gewarnt. Aber wir wollen uns einen Eindruck verschaffen und fahren mit dem Bus in die Stadt. Fuhren uns die bisherigen Busfahrer immer zu schnell, so trödelt dieser im Schneckentempo durch die Straßen. Doch wir sehen es ein: Diese Schrottkiste kann nicht schneller fahren, schon gar nicht die Berge hinauf! Der neben dem Fahrer stehende Reserve-Benzinkanister ist leer. Kein Problem, an der nächsten Tankstelle wird er aufgefüllt, und weiter geht es. Der Kanister wackelt bedenklich hin und her. Doch ruhig Blut: Sollte er umkippen und auslaufen, würde das nichts machen, denn im Bus ist Rauchen verboten! Hier in Mexiko achten sie eben streng auf die Einhaltung der Regeln ….! Wir erreichen wohlbehalten die Plaza gegenüber der Strandpromenade an der Bucht von Acapulco. Es ist Sonntag, und mexikanische Familien bevölkern den dicht gepackten Strand. Um uns ein gutes Sicherheitsgefühl zu geben, steht an jeder Ecke bewaffnetes Militär. Ok, das, was wir von Acapulco sehen, gefällt uns nicht. Wie man sich als Tourist hierhergezogen fühlen kann, bleibt für uns ein unbegreifliches Naturwunder. Der bleibendste Eindruck stammt von der Fahrt zurück zu unserem Camp im VW Käfer-Taxi. An alle, die mit verklärten Augen auf diese untergegangene Automobil-Epoche zurückschauen: Das war schon ein ziemlich ruppiges Gefährt - wir haben es nur vergessen!
Von Acapulco nach Playa la Saladita
 
Schon am nächsten Tag setzen wir unsere Reise fort. Von den Übernachtungsplätzen in den folgenden Tagen gefällt uns der Platz hinter dem Strandrestaurant „El Manglar“ in Zihuatanejo am besten, und wir bleiben drei Tage. Das Essen im Restaurant ist ganz prima, besonders die Guacamole ist sehr lecker. Die von Bergen umgebene kleine Bucht liegt sehr geschützt, so dass Brandung und Strömung endlich auch einmal das Schwimmen zulassen. Die Berghänge oberhalb des Strandes sind mit Unterkünften bebaut - die Stadt ist dabei, Acapulco den Rang abzulaufen, nicht zuletzt aus Gründen der (höheren) Sicherheit. Unser Campingplatz liegt nicht direkt am Strand, aber das gefällt uns gut, denn die Brandung ist weniger laut und die salzhaltige Gischt (unser armes Auto!) verschwunden. Außerdem liegt neben unserem Platz eine kleine Lagune, noch auf Restaurant-Privatgrund (das ist die Erklärung für ihre relative Unversehrtheit), ein wahres Refugium für Wildtiere. In den Mangroven tummeln sich Krokodile und Iguana-Echsen (in Mexiko wegen ihrer Schmackhaftigkeit – wie Hühnchen – praktisch ausgerottet), Hörnchen jagen sich spielerisch die Bäume hinauf und hinunter, und diverse Vogelarten erfreuen uns mit ihrem Gesang und Gezwitscher. Wie sehr haben wir so etwas vermisst! Der Frühling macht sich auch in der Vogelwelt bemerkbar: Die Männer balzen und plustern sich auf, um die Damen zu beeindrucken, was auch bei anderen Lebensformen bekanntlich nicht immer gelingt. Einige beschäftigen sich mit dem Bau des Eigenheimes, andere hatten bereits Erfolg bei der Familiengründung und bewachen mit Argusaugen ihr Gelege. Denn sowohl die Iguana-Echsen als auch die niedlichen Hörnchen sind gefährliche Nesträuber! Nach Sonnenuntergang schwirren Fledermäuse über unsere Köpfe hinweg. Dagegen ist unser letzter Übernachtungsplatz an der Küste bei La Saladita ziemlich daneben, aber immerhin findet Bettina ein schönes großes Meeresschneckengehäuse. Der Pazifik verabschiedet sich von uns mit einem letzten wunderschönen Sonnenuntergang im Meer.
Zurück ins Hochland nach Angahuan

Wir fahren nach Norden, zurück ins gebirgige Landesinnere, zurück in ein phantastisches Trockenzeit-Klima. Über Uruapan gelangen wir zum auf 2.400 m gelegenen Dorf Angahuan, Heimat der Purépecha-Indianer. Gesichter und Kleidung (leider nur noch der Frauen) lassen keinen Zweifel daran, dass wir Indio-Land betreten haben. Bereits am Dorfeingang werden wir von Reitern angehalten, die Ausritte zum berühmten Vulkan Paricutin anbieten. Dieser „neue“ Vulkan entstand durch einen plötzlichen, völlig unerwarteten Ausbruch im Februar 1943, als sich vor einem Bauern der Boden öffnete und Lava austrat! Neun lange Jahre war der Vulkan hochaktiv, in denen er sich immer höher in den Himmel erhob. Seine Lava ergoss sich über große Gebiete und zerstörte u. a. das Dorf Paricutin, von dem lediglich der Kirchturm in den Lavamassen stehen blieb. Nein, wir nehmen nicht das Pferd: Eine Wanderung durch Kiefernwälder und über erstarrte Lavaflächen bringt uns zu diesem sowohl faszinierenden als auch erschreckenden Ort, mit dem zur Zeit inaktiven Vulkan immer drohend im Hintergrund. Nach der Rückkehr zu unserem wunderschön in einem Kiefernwald liegenden Camp beim Centro Turistico geben wir uns dem seidenweichen Klima und der Stille hin …. aber nicht sehr lange, denn am Abend gesellt sich eine Gruppe Mexikaner zu uns auf den Platz, und wir dürfen den (immerhin mexikanischen) Gesängen bis morgens um 03:00 h lauschen.
Am nächsten Tag ist Palmsonntag, was sich als glücklicher Zufall herausstellt, denn das zumindest an der Oberfläche streng katholische Volk der Purépecha ist sehr traditionsbewusst: Zur Messe haben die Frauen ihre schönste Kleidung angelegt und präsentieren diese und sich stolz in und vor der Kirche. Fast alle tragen Indianer-Trachten mit bestickten Satinblusen und Schürzen und einem bunten Schal. Aus Palmwedeln werden für diesen Tag kunstvolle Gebilde geflochten, an denen allerlei, auch alltägliche Gegenständen befestigt wurden. Die sollen den lieben Gott über das Vorhandensein von Wünschen informieren? Etwas Ähnliches haben wir viele Tausend Kilometer weiter südlich in Copacabana/Bolivien am Titicaca-See schon einmal beobachten können.

Wieder in Patzcuaro
 
Als wir wenig später in Patzcuaro ankommen, schließt sich der Kreis, denn hier waren wir Mitte Februar schon einmal, und der Ort hat uns sehr gut gefallen. Nicht ohne Grund sind wir genau zur Osterwoche (Semana Santa) hierher zurückgekehrt: Die Semana Santa ist in Mexiko und anderen lateinamerikanischen Ländern immer noch ein wichtiges, tief religiöses Ereignis – eine Woche voller traditioneller Prozessionen. Die gesamte Woche ist aber auch ein Volksfest mit Kunsthandwerksmärkten, Konzerten und Tanzdarbietungen. Hierzu gehört auch der „Danza de los Viejitos (Tanz der kleinen alten Männer)", der seinen Ursprung ebenfalls in der Region des Purépecha-Stammes hat. Es sind immer vier Tänzer, die die Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft darstellen. Meist sind es Kinder, die – kostümiert und maskiert – die torkelnden und holperigen Schritte alter Männer parodieren. Sie werden immer von drei Musikern (Violine, Gitarre und Bass) begleitet. Unsere Zeit in Patzcuaro dient jedoch nicht nur dem Vergnügen und Erleben: Wir erledigen bereits viele vorbereitende Arbeiten für die Unterstellung unseres Fahrzeuges während unseres kommenden Heimaturlaubs. Und Bettina backt zum letzten Mal auf dieser Reise ein Brot und bereitet eine köstliche Mango-Marmelade schon für die nächste Reise zu, wenn die Mango-Saison bereits lange zu Ende gegangen ist. Apropos Mango: Niemals haben wir so oft und so viele dieser leckeren Früchte gegessen wie auf dieser Reise!
Im nur wenige Kilometer entfernten Dorf Tzintzuntzan (bedeutet in der Purépecha-Sprache „Platz der Kolibris“, liegt also nicht in China!) wird am Karfreitag im ehemaligen Klosterhof die Kreuzigungsgeschichte aufgeführt. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen: Ein stundenlanges, sehr realistisches Spektakel mit aufwändig und farbenprächtig kostümierten Darstellern zieht Tausende von Zuschauern an und ist auch für uns sehr beeindruckend.
In Patzcuaro verfolgen wir am Ostersamstag die „Procesion del Silencio (Schweigeprozession)". Männer aus diversen Bruderschaften der Kirche „Templo de San Francisco“ begleiten barfuss und in lange Kapuzengewänder gehüllt (erinnern etwas an den Ku Klux Clan, sorry!) durch die Straßen getragene Heiligenfiguren. Die Jungfrau Maria wird von in lange bunte Gewänder gekleideten Frauen begleitet. Die Prozessionsstraßen hat die Stadtverwaltung autofrei gemacht, teilweise unter Einsatz von Abschleppwagen, und bis auf wenige Ausnahmen ist es tatsächlich sehr still. Mit einsetzender Dämmerung und Entzünden der Kerzen wird es immer eindrucksvoller, immer mystischer.
Von Patzcuaro nach Maschen

Nach neun Tagen und vielen, geradezu unter die Haut gehenden Veranstaltungen verabschieden wir uns von unseren Camping-Nachbarn (5 Paare, mit einer Ausnahme alles Kanadier, die nach unseren Beobachtungen sehr deutlich reisemutiger als die Amis sind) und steuern Queretaro, 200 km nördlich von Mexico-City, als letztes Ziel dieser Reise an. Zunächst lassen wir bei der dortigen MAN-Niederlassung unseren Wagen warten, anschließend richten wir uns
für die letzten drei Tage im Zentrum von Queretaro auf dem RV-Park des Hotels Flamingo ein. Neben den letzten vorbereitenden Arbeiten für die Unterstellung unseres Wagens finden wir auch noch die Zeit, uns die 1996 zum Weltkulturerbe erhobene Stadt anzusehen. Queretaro ist für die mexikanische Geschichte eine wichtige Stadt: Sowohl in den Unabhängigkeitskriegen gegen das ehemalige Mutterland Spanien als auch in der mexikanischen Revolution hat sie eine herausragende Rolle gespielt, und der stein- und bronzegewordene Stolz der Einwohner auf diese glorreiche Vergangenheit begleitet uns auf Schritt und Tritt - uns gefällt das historische Zentrum mit seinen wunderbaren Herrenhäusern im Kolonialstil. Das gibt uns die Muße, uns mental auf die Heimreise vorzubereiten.

Am frühen Morgen des Rückreisetags parken wir unser treues Gefährt im Storage – in der Hoffnung, dass wir es nach unserer Rückkehr unversehrt vorfinden werden! Dann geht es in insgesamt 30 Stunden Reisezeit mit Bus und drei Flügen von Queretaro über Mexico-City, Cancun und München nach Hamburg, wo uns Udo mit strahlendem Sonnenschein (aus Schwiedersdorf oder aus Mexiko mitgebracht?) am Flughafen erwartet.
Unser vorläufiges Fazit:
"Vorläufig" deshalb, weil wir Mexiko in dem Umfang, wie wir es uns wünschen, noch nicht kennengelernt haben. Im kommenden Winter werden wir unsere Reise durch uns noch unbekannte Landesteile fortsetzen.


Leute: Wir haben selten ein so höfliches, freundliches, zuvorkommendes und hilfsbereites Volk wie die Mexikaner kennengelernt!

Land: Die alten Kolonialstädte sind herausragend – kein Wunder, dass sich so viele davon auf der UN-Liste des Weltkulturerbes finden. Der Aufwand, der in den Erhalt dieses Erbes geht, ist phänomenal, insbesondere in einem Land, das nicht zu den ärmsten, aber sicherlich auch nicht zu den reichsten gehört: Während Denkmalschutz, z. B. in Hamburg, darin besteht, hinter einer alten Fassade ein neues, gesichtsloses Beton-Etwas zu errichten, versucht man in Mexiko immer, das ganze Gebäude zu erhalten. Und werden bei Erhaltungsarbeiten vier Quadratmeter alter Wandmalerei gefunden, so werden diese restauriert, und es wird sorgfältig drumherum renoviert. Dies gilt für öffentliche Gebäude, aber auch für solche in Privatbesitz. Sehr vermisst haben wir auf dem Festland (die Baja California ist davon ausgenommen) schöne Landschaften und Tiere – eben "Natur". Außerdem hat uns die enorm dichte Besiedlung zugesetzt - Mexiko hat immerhin 123 Millionen Einwohner, Tendenz weiterhin stark steigend!

Sicherheit: Wirft man vor Beginn einer Mexiko-Reise einen Blick auf die Informationsseiten des Auswärtigen Amtes (klick HIER), des US-amerikanischen State Department (klick HIER) oder von Travel Weekly (klick HIER), dann kann einem nur übel werden! Die erste Reaktion: Um Gottes Willen, dorthin? Niemals!! Erst im zweiten Anlauf vergegenwärtigt man sich, dass beide Regierungseinrichtungen (und auch solche anderer Länder) aus Haftungsgründen solche in tiefstem Schwarz gehaltene Länderbeschreibungen veröffentlichen müssen. Das hat uns bewogen hinzufahren, um zu sehen, wie es im Alltagsleben dort wirklich aussieht. Um es ganz deutlich zu sagen: Was nun folgt, beschreibt ganz ausschließlich unser persönliches Erleben, ist keine Generalaussage, denn es geschehen in Mexiko, i. W. auf Grund des unstillbaren Drogenhungers der nördlichen Nachbarn, ganz entsetzliche Dinge. Sichtbare Folge vor Ort ist die enorm hohe Polizei- und Militärpräsenz – in keinem der bisher von uns besuchten Länder "liefen" so viele Maschinenwaffen und schusssichere Westen herum. Was der Bevölkerung ein Gefühl von Sicherheit vermitteln soll, hat uns immer die Nackenhaare hochgestellt: "Schau, dort läuft schon wieder ein prachtvolles Ziel für einen kleinen Racheakt!" Im krassen Gegensatz dazu steht unser Erleben mit den Durchschnittsmexikanern auf der Straße – s. o.: Unser Bauch sagte uns: Ist das toll hier! Woher kommt bloß diese Mexiko-Phobie? Unser Kopf: Es kann jeden Moment knallen! Und dieses Spannungsfeld hat uns auf der ganzen Reise begleitet und sollte den Mexikoreisenden auch begleiten, denn die Abkürzung über die einsame Bergpiste zu nehmen, kann in vielen Landesteilen nicht nur das Ende einer Reise bedeuten. Wir waren vorsichtig – und haben die Reise genossen! Aber: Wir waren eben niemals zur falschen Zeit am falschen Ort – und hoffen, dass es auch auf der nächsten Reise so bleibt!

Bis dahin alles Gute und auf ein Wiedersehen und -lesen zur Herbst-Winter-Kollektion,
Bettina & Rolf


(Maschen/Deutschland, im Mai 2017)
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